Heimatexkursion

Unser Vorstandsmitglied Elmar Görtz schreibt über die Heimatexkursion 2018:

Heimatexkursion 2018 nach Linz am Rhein und Blankenberg

Beim Rosen-Montags-Divertissementchen (RMD) finden – wie bei den allermeisten Karnevals-Gesellschaften in Köln – auch außerhalb der Session vielfältige Aktivitäten statt, um die Geselligkeit unserer Familiengesellschaft nachhaltig und ganzjährig zu fördern. Ein seit vielen Jahren etablierter Terminpunkt ist die Heimatexkursion im Mai. Dieser eintägige, immer an einem Sonntag stattfindende Ausflug führte die Mitglieder in diesem Jahr nach Linz am Rhein und nach Blankenberg. Startpunkt war wie immer – auch das ist inzwischen gute Tradition: Pfeifen Heinrichs am Neumarkt.

Besonders freute uns, dass wir in diesem Jahr auch wieder neue Mitglieder mit an Bord hatten, die zum Teil dem RMD seit vielen Jahren schon freundschaftlich verbunden waren. Bereits auf dem Weg nach Linz wandelten wir auf den Spuren der Zeit und unserer Vorfahren. Unser Kamerad und Mitglied Peter Krautscheid wurde nicht müde, die Mitreisenden mit kurzweiligen Krätzchen aus längst vergangener Zeit zu unterhalten.

In Linz angekommen fuhren wir nach kurzer Erkundung des Innenstädtchens mit der Kasbachtalbahn, einer elektrifizierten, eingleisigen Bahn, die ihren Ursprung – ähnlich wie das RMD – bereits im 19. Jahrhundert hatte. Die Realisierung des Bahnprojektes fand schließlich aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts statt, um das in dieser Zeit dringend benötigte Eisenerz und Basalt in die rechtsrheinischen Gebiete transportieren zu können. Eine für diese Zeit logistische Meisterleistung, galt es doch, auf kurzer Strecke immense Höhenunterschiede zu überwinden, wovon sich die Mitreisenden alsbald selbst überzeugen konnten. Seit nunmehr 20 Jahren wird diese ursprünglich zu wirtschaftlichen Zwecken genutzte Eisenbahnstrecke inzwischen lediglich noch in Teilen und ausschließlich zu touristischen Zwecken genutzt.

Unsere Reise führte uns nach kurzer Fahrt schließlich zur alten Brauerei im Kasbachtal, der ehemaligen Steffens-Brauerei, die im Jahr 1866 gegründet wurde und bis zum Jahr 2006 mit Leidenschaft und Tradition ihr eigenes Bier an diesem Ort braute. Während die Steffens-Brauerei inzwischen rheinabwärts ihr neues Zuhause gefunden hat, gibt das ehemalige Gelände bis heute Zeugnis über die einstigen Aktivitäten, ist die stillgelegte Brauerei doch als Museum erhalten geblieben. Das Bier, das aus eigenem Brunnenwasser, hochwertiger zweizeiliger Sommergerste, Qualitätshopfen aus der Hallertau und Hefe aus eigener Reinzucht seit mehr als 150 Jahren für gleichbleibend hohe Qualität steht, ist auch heute noch vor Ort erhältlich. Die Mitreisenden konnten sich ausgiebig selbst davon überzeugen. Nach einer Brauereibesichtigung und gestärkt mit einem zünftigen Mittagessen führte uns unsere Reise weiter nach Blankenberg.

Die Stadt Blankenberg wurde bereits im 12. Jahrhundert erstmals durch den Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg urkundlich erwähnt und blickt auf eine lange und bewegende Geschichte zurück, was nicht zuletzt durch die Burganlage und die heute noch existierende Stadtmauer eindrucksvoll dokumentiert wird. Eine historische Stadtführung mit entsprechenden Anekdoten der kostümierten Stadtführer versetzte die Teilnehmer in diese Zeit zurück. Auch ein Besuch der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Katharina, deren Fresken im Chor und im Langhaus bis heute als wichtige Zeugnisse der mittelalterlichen Kunst im Rheinland gelten, gehört traditionell zu einem solchen Ausflug dazu. In Erinnerung an die ehemaligen Stadtrechte, die im Jahr 1245 verliehen und im Jahr 1805 wieder entzogen wurden, wird seit 1954 das Wort „Stadt“ dem Siedlungsnamen der Ortschaft mit seinen 623 Einwohnern vorangestellt. Der Tag endete der Jahreszeit und dem Wetter entsprechend im Haus Sonnenschein mit einem köstlichen Spargelessen, bevor es zurück in unsere Vaterstadt Köln ging.

Nicht zuletzt aufgrund des hervorragenden Wetters ging ein kurzweiliger und erlebnisreicher Tag zu Ende, der schon jetzt Lust auf eine Neuauflage im nächsten Jahr macht. Ein besonders herzlicher Dank gilt den Organisatoren und all’ denjenigen, die zum Gelingen des Tages beigetragen haben. Wir freuen uns schon auf’s nächste Jahr!